​Mobile APPs als Marketing-Instrument

​Die Südwestbank-Filiale Ulm und ihr Leiter Markus Lützel hatten in die Räume in der Ulmer Bahnhofstraße eingeladen zu einem Vortrag von Prof. Dr. Philipp Brune von der HNU. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse und des großen Interesses fand der Vortrag an zwei Abenden hintereinander statt - ein Novum!

​APPs werden etwa seit 2007/08 für die Mobile-Betriebssysteme IOS/Apple, Windows/Microsoft und Android/Google angeboten und ihre Zahl übersteigt heute deutlich die 2 Millionen Grenze. APPs können kleine Anwendungsprogramme sein, die verschiedenste „Helfer-Funktionen“ übernehmen können und dabei auch offline genutzt werden können, wobei das Salz der Suppe im Zugriff auf die personenbezogenen Daten (Ort, Person, Zeit etc.) des Nutzers liegt, was der Sache eine datenschutztechnisch pikante Note verleiht. Später mehr darüber. Prof. Philipp Brune gab einen sachlichen Überblick mit der Gliederung: Warum APPs, was kann ich damit machen und wie implementiere ich eine APP im Marketing? Dabei hatte er interessante Zahlen und Fakten zu bieten, die nicht unbedingt Allgemeingut sind. Zum Schluss wies er auch auf die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der HNU hin, auch wenn dort primär keine APP-Programmierer ausgebildet werden – sondern betriebswirtschaftlich orientierte Marketing-Spezialisten.

​Natürlich spielt das Alter der Mobile-Nutzer heute eine herausragende Rolle. Fernsehen und Hörfunk haben bei den unter 30 Jährigen die Führungsrolle an das Internet (… und das Smartphone) als Leit-Medium abgegeben. Die Einsatzmöglich-keiten von APPs sind universell: Office Anwendungen, Spiele, Ratgeber/Technik, Fitness, Shopping/Produktpräsentation, Haustechnik/Remote-Funktionen, Business/Vertriebsunterstützung im Außendienst etc. Der strategische Vorteil: Smartphones sind permanent mit dem Nutzer und seinem Aufenthaltsort verbunden, so kann eine APP, die zudem „gebrandet“ ist, einen erheblichen Nutzwert bieten. Hinzu kommen Aspekte der Psychologie, wie sie durch die „Sozialen Medien“ evoziert werden. Das Liken und Bewerten, das beantworten von Fragen, soziale Bestätigung, Beziehungen medial aktivieren usw. Es gibt auch einen Risikofaktor und der lautet „Daten-Sammelwut“, wenn sich die APP mehr für den Nutzer und sein Verhalten interessiert als für den Nutzen, den sie bieten soll. Die „APP“ als freundlicher Trojaner, mit dessen Hilfe sich ebenso attraktive Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Big Data lässt grüßen.

​Was kann eine APP kosten und wer kann sie sich leisten? Hier konnte der Referent naturgemäß keine verbindliche Antwort geben, und so prallte die schöne neue Kommunikationswelt auf eine harte Nuss, namens: Schwäbische KMUs, die bei den Marketingbudgets schon seit jeher schlank aufgestellt waren und sind. Software-Entwicklung aber war schin immer aufwendig und so muss man schon über eine herausragenden Anwendung verfügen, die Entwicklungskosten ab (!) 8 oder 10 TEUR aufwärts wert sind. Wobei Prof. Brune zusätzlich auf die sinnvolle Einbindung in die Gesamt-EDV des Unternehmens hinwies. Ein Verkauf im APP-Store kann also nur über die Masse einen ROI generieren. Oder aber die APP ist dem Business-Kunden soviel Wert, dass er den Invest auf sich nimmt, um daraus Nutzen für sich und seine Kunden zu ziehen. Hier wären Beispiele aus der Region sehr hilfreich gewesen, oder gibt es hier (noch) gar nicht soviel Anschauungsmaterial…? Eine Frage, die offenblieb. Die Diskussion nach dem Vortrag war sehr anregend und gab eine vermutlich realistische Einordnung des Themas bezüglich seiner Relevanz bei den Mitgliedern und Gästen des MC. Alles in allem ein informativer Abend in einer interessanten Location. (Die SWB legte jüngst recht gute Geschäftszahlen vor und möchte sich als Alternative zu den lokalen Champions positionieren und empfehlen …)

Mobile APPs als Marketing-Instrument
v. l. n. r.: Markus Lützel, SWB Ulm, Refererent Prof. Dr. Philipp Brune - HNU Neu-Ulm, Dr. Bernd Radtke - Präsident MC Ulm/Neu-Ulm.

​Der Dank von Präsident Dr. Bernd Radtke (sowie am 2. Tag vom Geschäftsführenden Vorstand Armin Weidt) galt dem Referenten und dem Gastgeber gleichermaßen. Bei einem kleinen Imbiss wurde das Thema im Anschluss vertieft und es kam die Top-APP des MC Ulm/Neu-Ulm zum Einsatz: Face-to-face Kommunikation und Networking.

gm